Der Fachkräftemangel ist die größte Herausforderung für lokale Unternehmen in Deutschland. Während viele Betriebe verzweifelt auf Jobportalen inserieren, übersehen sie das mächtigste Recruiting-Werkzeug, das sie bereits besitzen könnten: ihre eigene Website.
der Bewerber recherchieren ein Unternehmen online, bevor sie sich bewerben. Wer keine professionelle Website hat, verliert potenzielle Mitarbeiter, bevor das erste Gespräch stattfindet.
Warum Ihre Website über Bewerbungen entscheidet
Stellen Sie sich vor: Ein erfahrener Elektriker sucht eine neue Stelle. Er findet zwei Stellenanzeigen in seiner Region. Betrieb A hat eine veraltete Website von 2015 mit Clip-Art-Grafiken. Betrieb B zeigt auf einer modernen Website echte Teamfotos, ein Video vom Arbeitsalltag und eine unkomplizierte Bewerbungsmöglichkeit per Formular. Wo wird er sich bewerben?
Die Antwort ist offensichtlich — und genau das passiert täglich in jeder Branche:
- 91% der Bewerber besuchen die Website eines Unternehmens als erste Informationsquelle
- 68% der Kandidaten lehnen ein Unternehmen ab, wenn die Website unprofessionell wirkt
- Unternehmen mit Karriereseite erhalten bis zu 3x mehr qualifizierte Bewerbungen als solche ohne
- 55% der Jobsuchenden brechen den Bewerbungsprozess ab, wenn er zu kompliziert ist
Arbeitgebermarke aufbauen — auch als kleines Unternehmen
"Employer Branding" klingt nach Großkonzern. Doch gerade kleine und mittlere Unternehmen profitieren enorm davon, ihre Arbeitgebermarke sichtbar zu machen. Denn sie haben Vorteile, die Konzerne nicht bieten können: kurze Wege, familiäre Atmosphäre, Mitgestaltung, Wertschätzung.
Das Problem: Diese Vorteile werden nirgends kommuniziert. Kein Bewerber kann erahnen, wie gut das Arbeitsklima bei Ihnen ist, wenn er nur eine lieblose Website mit Öffnungszeiten und einer Telefonnummer sieht.
Was eine starke Arbeitgebermarke auf der Website zeigt
- Echte Teamfotos: Keine Stock-Bilder, sondern Ihr tatsächliches Team bei der Arbeit. Das schafft Vertrauen und gibt einen authentischen Einblick
- Kurze Team-Vorstellungen: Wer arbeitet bei Ihnen? Wie lange schon? Was macht die Arbeit besonders? 2-3 Sätze pro Person reichen
- Einblicke in den Arbeitsalltag: Ein 30-Sekunden-Video vom Werkstattleben oder ein Foto-Slider vom letzten Teamessen sagt mehr als jede Stellenbeschreibung
- Ihre Werte: Warum tun Sie, was Sie tun? Was ist Ihnen bei der Zusammenarbeit wichtig? Authentisch formuliert, nicht als PR-Text
Praxis-Tipp: Sie brauchen kein Fotostudio. Moderne Smartphones liefern ausreichende Qualität. Wichtig ist Authentizität, nicht Perfektion. Ein echtes Teamfoto mit lachenden Gesichtern schlägt jedes gestellte Studiobild.
Die Karriereseite: Ihr digitaler Aushang
Der Zettel im Schaufenster "Wir suchen Verstärkung!" erreicht vielleicht 50 Passanten am Tag. Eine Karriereseite auf Ihrer Website erreicht jeden, der nach Ihrem Unternehmen oder nach Jobs in Ihrer Branche und Region sucht — rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.
Was eine gute Karriereseite enthält
- Aktuelle offene Stellen mit klarer Beschreibung (Aufgaben, Anforderungen, Benefits — kurz und ehrlich)
- Benefits sichtbar machen: Übertarifliche Bezahlung? 4-Tage-Woche? Weiterbildungsbudget? Firmenwagen? Zeigen Sie, was Sie bieten
- Einfacher Bewerbungsprozess: Ein kurzes Formular (Name, E-Mail, Lebenslauf-Upload) statt einer komplizierten Prozedur
- Initiativbewerbungen ermöglichen: Auch wenn gerade keine Stelle offen ist — lassen Sie Interessierten die Tür offen
- Ansprechpartner nennen: Ein Foto und Name der Kontaktperson macht die Bewerbung persönlicher
Bonus: Google for Jobs
Wenn Ihre Stellenanzeigen technisch korrekt auf der Website eingebunden sind (mit sogenannten "strukturierten Daten"), zeigt Google sie direkt in den Suchergebnissen an — kostenlos. Das ist wie eine permanente Stellenanzeige auf der größten Jobbörse der Welt, ohne monatliche Gebühren.
Brauchen Sie eine Website, die auch als Recruiting-Tool funktioniert?
Jetzt Website konfigurierenDer Bewerbungsprozess: Hürden abbauen
Die größte Schwäche vieler kleiner Unternehmen beim Recruiting: Der Bewerbungsprozess ist zu umständlich oder gar nicht vorhanden. "Schicken Sie eine E-Mail an info@..." ist kein Bewerbungsprozess — es ist eine Einladung zum Weiterklicken.
So machen Sie es Bewerbern leicht
- Online-Bewerbungsformular: Maximal 5 Felder — Name, E-Mail, Telefon, kurze Motivation, Lebenslauf-Upload. Fertig
- WhatsApp-Bewerbung: Gerade im Handwerk und in der Gastronomie extrem effektiv. Ein WhatsApp-Button mit vorgefertigter Nachricht senkt die Hemmschwelle enorm
- Mobile-optimiert: 70% der Jobsuchen passieren auf dem Smartphone. Wenn Ihr Formular auf dem Handy nicht funktioniert, verlieren Sie die Mehrheit der Kandidaten
- Sofortige Bestätigung: Eine automatische Bestätigungsmail ("Danke, wir melden uns innerhalb von 48 Stunden") zeigt Professionalität
Fallbeispiel: Ein Malerbetrieb im Westerwald hatte monatelang Schwierigkeiten, Azubis zu finden. Nach dem Relaunch seiner Website — mit Teamfotos, einem kurzen Video vom Baustellen-Alltag und einem WhatsApp-Bewerbungsbutton — erhielt er innerhalb von 6 Wochen 4 qualifizierte Bewerbungen. Vorher: null in 6 Monaten.
SEO für Recruiting: Gefunden werden
Eine Karriereseite nützt nichts, wenn sie niemand findet. Lokales SEO für Recruiting funktioniert nach den gleichen Prinzipien wie für Kunden — nur mit anderen Keywords.
Keywords, die Bewerber nutzen
- "[Beruf] Jobs [Stadt]" — z.B. "Elektriker Jobs Montabaur"
- "[Branche] Stellenangebote [Region]" — z.B. "Friseur Stellenangebote Westerwald"
- "Ausbildung [Beruf] [Stadt]" — z.B. "Ausbildung KFZ-Mechatroniker Limburg"
- "[Firmenname] Karriere" oder "[Firmenname] Bewertung Arbeitgeber"
Integrieren Sie diese Keywords natürlich in Ihre Karriereseite, in Meta-Beschreibungen und in die Stellenausschreibungen selbst. So erscheinen Sie bei genau den Suchanfragen, die potenzielle Mitarbeiter stellen.
Google My Business nicht vergessen
Ihr Google-Unternehmensprofil ist oft der erste Kontaktpunkt. Achten Sie darauf, dass es professionell aussieht, aktuelle Fotos zeigt und positive Bewertungen hat. Denn Bewerber lesen Bewertungen — nicht nur Ihre Kunden.
Mitarbeiter als Botschafter
Die stärkste Recruiting-Maßnahme kostet nichts extra: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter zu Wort kommen. Kurze Zitate oder Mini-Interviews auf der Website wirken authentischer als jede Hochglanz-Kampagne.
Einfache Formate, die funktionieren
- 3-Satz-Testimonial: "Ich bin seit 5 Jahren bei [Firma]. Was mir am besten gefällt: [persönlicher Aspekt]. Mein Tipp an Bewerber: [ehrlicher Rat]."
- "Ein Tag bei uns": 4-5 Fotos, die den typischen Arbeitsalltag zeigen — morgens Besprechung, Arbeit am Projekt, Mittagspause im Team, Feierabend
- Video-Statement: 30 Sekunden mit dem Smartphone gefilmt. Keine Produktion nötig — Authentizität zählt
Diese Inhalte können Sie gleichzeitig auf Social Media teilen und so die Reichweite Ihrer Recruiting-Bemühungen vervielfachen.
Checkliste: Website fit für Recruiting
Prüfen Sie Ihre aktuelle Website anhand dieser Punkte:
- Gibt es eine eigene Karriere- oder "Jobs"-Seite (oder zumindest einen Bereich)?
- Sind echte Teamfotos vorhanden (keine Stock-Bilder)?
- Werden Ihre Vorteile als Arbeitgeber klar kommuniziert?
- Können sich Bewerber direkt über die Website bewerben (Formular oder WhatsApp)?
- Ist der Bewerbungsprozess auf dem Smartphone nutzbar?
- Gibt es einen Ansprechpartner mit Foto und Kontaktdaten?
- Sind Stellenanzeigen mit strukturierten Daten für Google for Jobs versehen?
- Kommen bestehende Mitarbeiter auf der Website zu Wort?
Wenn Sie mehr als 3 Punkte mit "Nein" beantwortet haben, verschenken Sie gerade aktiv Bewerbungen an die Konkurrenz.
Fazit: Recruiting beginnt auf Ihrer Website
Im Fachkräftemangel gewinnt nicht der, der am lautesten schreit, sondern der, der am überzeugendsten auftritt. Ihre Website ist dabei der erste und oft entscheidende Berührungspunkt mit potenziellen Mitarbeitern.
Die gute Nachricht: Sie müssen kein großes HR-Budget haben. Schon mit einfachen Maßnahmen — echte Teamfotos, eine kurze Karriereseite, ein unkompliziertes Bewerbungsformular — können Sie sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren und qualifizierte Fachkräfte anziehen.
Der beste Zeitpunkt war gestern. Der zweitbeste ist heute. Jeder Tag ohne professionellen Web-Auftritt ist ein Tag, an dem qualifizierte Fachkräfte bei der Konkurrenz landen — einfach, weil die sich online besser präsentiert.